« Ausstellungen nach 2011

Leonor Antunes

Villa, how to use

22.10.2011 bis 15.1.2012

Die Werke der portugiesischen Künstlerin Leonor Antunes (*1972) zeichnen sich durch vielfältige Bezüge zur Architektur und zum Design der Moderne aus. Grundlage ihrer Skulpturen sind Abstraktionen architektonischer Motive und Fragmente, aber auch die Beschäftigung mit metrischen Systemen zur Vermessung des Raumes. Ihre Werke präsentiert Antunes in Korrespondenz mit dem Ausstellungsraum und in direktem Bezug zu Boden, Wänden und der Raumdecke. Dadurch definieren ihre Arbeiten letztlich auch das Verhältnis von Werk und Betrachter neu, denn dieser begegnet der Kunst in einem Parcours aus abstraktem Interieur und autonomem Werk.

Habitat

Eine Gruppenausstellung in mehreren Teilen

20.5. bis 3.10.2011

Aram Tanis, Jochen Weber, René Zeh, Nicole Wermers, Katrin Mayer, Sofie Thorsen

Für Habitat wird der Kunstverein durch eine eingezogene Wand in zwei gleich große Räume geteilt. Im Rhythmus von drei Wochen finden abwechselnd im linken und im rechten Raum Einzelausstellungen statt. Während die eine Ausstellung läuft, wird die andere aufgebaut. Die insgesamt sechs Ausstellungen beziehen sich thematisch aufeinander, funktionieren aber auch unabhängig. Habitat dynamisiert den institutionellen Ausstellungsbetrieb und bietet Raum für spontane wie langfristig geplante künstlerische Interventionen.

Michał Budny

Between

19.2. bis 1.5.2011

Der polnische Künstler Michał Budny baut Skulpturen aus Pappe und Papier. Er übersetzt Gebrauchsgüter, Naturformen oder immaterielle persönliche Erinnerungen in Papier und Pappe. Gegenstände wie Landkarten, Mobiltelefone, Bücher oder CD-Player werden auf dieselbe akkurate Art wie Kakteen oder die Phantasie eines Traumschlosses aus einfacher Pappe zugeschnitten, gefaltet und geklebt. Es entsteht eine papierene Gegenwelt in minimalistischer Ästhetik, die den Blick durch den Alltag hindurch auf das Poetische und Existentielle eröffnet. Michał Budnys Objekte sind „Modelle für den geistigen Gebrauch“, Katalysatoren für einen vielschichtigen Blick auf das, was uns unmittelbar umgibt.

Von realer Gegenwart

Marcel Broodthaers heute

11.9.2010 bis 16.1.2011

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit der Kunsthalle Düsseldorf anlässlich der Quadriennale Düsseldorf. 

Kaum ein Künstler hat für sein Werk soviel Aufmerksamkeit von der nachfolgenden Künstlergeneration erhalten wie Marcel Broodthaers (1924–1976). Von realer Gegenwart. Marcel Broodthaers heute ist ein Parcours durch dessen Ideenwelt, eine Verkettung der Inhalte, Referenzen, des Formenvokabulars und der Zeitbezüge anhand einer Auswahl von Werken von zehn zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern, die sich in direkte oder mittelbare Beziehung zum Werk oder zu einzelnen Werkaspekten von Marcel Broodthaers setzen.

Henrik Plenge Jakobsen

Mainframe

26.6. bis 22.8.2010

Der dänische Künstler Henrik Plenge Jakobsen beschäftigt sich damit, wie politische, ökonomische und soziale Strukturen auf unser Leben einwirken. Kunst und Wirklichkeit sind für ihn keine separaten Bereiche, die sich zeitweise zusammenschließen lassen. Kunst repräsentiert vielmehr eine jener Realitäten, aus denen unsere Wirklichkeit besteht. Für den Kunstverein hat Jakobsen eine Ausstellung konzipiert, die sich mit der Geschichte des Computerherstellers IBM befasst.

Florian Pumhösl

20.3. bis 24.5.2010

Mit der Ausstellung von Florian Pumhösl präsentiert der Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen einen österreichischen Künstler, dessen Werke an Vorstellungen des raumgreifenden Ensembles verschiedener Künste anknüpfen. Charakteristisch für Florian Pumhösls Arbeitsweise ist die Infragestellung der Hierarchie zwischen der eigenen Autorschaft und ihren Bezugsquellen, dem was er an historischer Referenz oder konkreter Anleihe aufnimmt und dem, was er selbst darstellen kann. Im Zentrum der Ausstellung steht der 24-teilige Zyklus Bewegliche Bühne, der in den Jahren 2008-2010 entstand und nun erstmalig komplett zu sehen sein wird.

Dance in My Experience

28.11.2009 bis 28.2.2010

Die Ausstellung Dance in My Experience fragt, was aus den oftmals utopischen Ideen der 1968er Zeit geworden ist und argumentiert dabei nicht historisch, sondern stellt Werke der jüngeren Gegenwartskunst ins Zentrum, die aus heutiger Perspektive auf die revolutionären Ideen von damals blicken. Was ist von den Ideen und Idealen geblieben? Was ist Ausdruck der Zeit, was hat überzeitliche Qualitäten? 
Eine Gruppenausstellung mit Arbeiten von: Manon de Boer, Henning Bohl, Tom Burr, Claire Fontaine, Brice Dellsperger, Josephine Meckseper, Michaela Meise, Aleksandra Mir, Hanna Schwarz

Dubai Düsseldorf

29.8. bis 8.11.2009

Was wäre, wenn in Zeiten der Globalisierung nicht nur Firmen, sondern auch Städte aus verschiedenen Ländern und Kontinenten fusionieren? Welche Synergien könnte eine solche Verbindung entwickeln, welche spekulativen Phantasien und Energien ihre bloße Ankündigung?

Germaine Kruip

Aesthetics as a Way of Survival

30.5. bis 9.8.2009

Die Einzelausstellung der holländischen Künstlerin Germaine Kruip (*1970) stellt neue, speziell für die Ausstellung entstandene Werke vor. In ihren Rauminterventionen macht Kruip den Betrachter zum eigentlichen Akteur, wenn dieser mit minimalen Mitteln bühnenartig inszenierte Räume betritt. Sie konfrontiert ihn mit der Frage nach dem Verhältnis von Fiktion und Wirklichkeit, von Authentizität und Darstellung. Handelt es sich um Repräsentationen von Wirklichkeit oder um Konstrukte, um Abbilder oder Erfindungen? Der Untertitel Aesthetics as a Way of Survival leitet sich von dem gleichnamigen Film Kruips ab, den sie in diesem Frühjahr gemeinsam mit Renske Janssen im Nord-Osten Australiens gedreht hat und der den thematischen Ausgangspunkt der Ausstellung darstellt. Er zeigt den männlichen Laubenvogel beim Bau aufwendig gestalteter Lauben – fiktiver Nester, die nach rein ästhetischen Kriterien gebaut sind und durchaus an Kunstwerke erinnern. So werden etwa mithilfe von gefundenen Materialien auch feine farbliche Akzente von den Vögeln gesetzt. Die Lauben sollen weibliche Vögel anlocken und bilden den Mittelpunkt einer genau choreografierten Balz. Vor der eigentlichen Paarungszeit übt das Männchen seine Bewegungsmuster rund um die Laube – mal mit der Hilfe eines weiteren männlichen Vogels, mal, so scheint es, für Kruips Kamera.

Isabelle Cornaro

7.2. bis 10.5.2009

Sehen bedeutet auch die Produktion von Erkenntnis. Perspektivische Konstruktionen etwa führen zu bildhaften Eindrücken, sind vor allem aber technische Überformungen unserer Wahrnehmung, die auf das Bild einwirken.

Die Skulpturen, Zeichnungen und Installationen der französischen Künstlerin Isabelle Cornaro (*1974) kreisen um die Organisation von Perspektiven, Abstand und Nähe und das Wechselspiel zwischen zeichenhaftem und realem Raum. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Wahrnehmung von Landschaft und die kulturelle Überformung von Natur. Insbesondere französischen Parkanlagen des Barock und ihre Aufarbeitung in der Malerei dienen ihr als Ausgangspunkt für Überlegungen zu grundsätzlichen Fragen der Repräsentation und Wahrnehmung, des Verhältnisses zwischen darstellend und abstrakt.

Ian Wallace

19.10.2008 bis 11.1.2009

Ian Wallace zählt neben Jeff Wall, Rodney Graham und Ken Lum zu den Protagonisten der konzeptuellen Fotografie aus Vancouver. Als Professor an der University of British Columbia hat er unter anderen Jeff Wall unterrichtet. In Kanada und den USA ist sein Werk denn auch in den führenden Museen präsent, in Europa hingegen ist Wallace noch wenig bekannt. Sein Werk nimmt seinen Ausgangspunkt in der abstrakten, an Minimal Art erinnernden Malerei, ist aber seit den späten 1960er Jahren vom Medium Fotografie geprägt. Damit verbinden sich grundlegende Fragestellungen nach dem Status des medialen Bildes und seiner repräsentatorischen Funktion. Thematisch kreisen seine Werke um die politischen wie sozialen Implikationen des Bildes und die Rolle des Künstlers innerhalb der Gesellschaft.

Die Wahrnehmung von Ideen führt zu neuen Ideen

2.8. bis 28.9.2008

Bernadette Corporation / Claire Fontaine / Reena Spaulings, Kerstin Cmelka, Claire Fontaine, Iain Forsyth / Jane Pollard, Joachim Koester, Jon Knowles, Jonathan Monk, Falke Pisano, Mario Garcia Torres

Die Kunst der 1960er und 70er Jahre ist im aktuellen theoretischen Diskurs und der zeitgenössischen Kunstpraxis gleichermaßen präsent. Im Zuge der Auseinandersetzung mit den historischen Positionen entstehen nicht nur Werke, die formale und konzeptuelle Referenzen aufweisen, sondern auch solche, die man eher als Remakes bezeichnen könnte. Sie greifen bereits existierende Werke auf und aktualisieren sie auf unterschiedliche Weise. Dabei steht oft die kritische Befragung des Potentials historischer Arbeiten und künstlerischer Praktiken im Vordergrund. Lassen sich die stark formal ausgerichteten Ideen von damals angesichts veränderter gesellschaftlicher Verhältnisse noch aufrechterhalten?
 Die Ausstellung, die nach einem der berühmten Sätze von Sol LeWitt zur Konzeptkunst benannt ist, versammelt Werke, die in einem reflexiven Verhältnis zu ihrer eigenen (Kunst-) Geschichte stehen. Sie sind Nebeneffekte, Ideen aus Ideen, und machen ihre eigene Bedingtheit produktiv. Dadurch ermöglichen sie neue Perspektiven auf historische Positionen.

Eske Schlüters

Ähnliches und Mögliches - levels of enactment

3.5. bis 20.7.2008

Die Hamburger Künstlerin Eske Schlüters (*1970) erforscht in filmischen Einzel- und Mehrfachprojektionen das Verstehen von bewegten Bildern und filmischen Abläufen, die nicht von einer stringenten Erzählhandlung geleitet werden. Ihre offene Erzählweise umspielt das begriffliche Denken, beunruhigt es und entdeckt neue Bedeutung. Schlüters’ Projektionen, die mit gefundenem Material experimentieren, sind ein Spiel aus Worten, Klängen und Bildern, die von deren metaphorischem Charakter und dem abhanden gekommenen größeren Zusammenhang sprechen. Indem sie allein Filmmaterial aus Spielfilmen anderer Regisseure verwendet, schreibt Schlüters eine eigene Filmgeschichte, in der kurze Momente komplexe Atmosphären entfalten. Die Bilder sind nicht mehr in eine Erzählung eingewoben, sondern sprechen für sich. Sie sind nicht Zitat, sondern Erinnerung an etwas Gesehenes, das sich nicht mehr eindeutig rekapitulieren lässt. Die Ausstellung präsentiert die Filme Vanished into thin air aus dem Jahr 2006, Like a shadow – No reflection (2007) und den für die Ausstellung entstandenen Film After the Rehearsal. Steht in früheren Werken die assoziative Montage an sich disparater Bilder im Zentrum, zeichnen sich Schlüters neuere Arbeiten durch eine stärkere thematische Fokussierung von Blickstrukturen und kinematografischen Dispositiven aus.

Ulla von Brandenburg

Wo über dem Grün ein rotes Netz liegt

16.2. bis 20.4.2008

Ulla von Brandenburg arbeitet in sehr unterschiedlichen Medien – Zeichnungen und Scherenschnitte stehen neben Wandmalereien, Stoffarbeiten neben 16mm Filmen. Ihre Werke beziehen sich häufig auf ältere Darstellungskonventionen, in denen Expressivität und Theatralität Ausdruck fanden: Tarotkarten, frühe Fotografien, aber auch so genannte Tableaux Vivants und Jahrmarktsensationen. Posen und Gesten dieser Darstellungen oder aber eine theatrale Qualität, die das Verhältnis von Schein und Sein auslotet, adaptiert von Brandenburg in abstrahierter Weise. Dabei geht es weniger um die Übernahme konkreter Inhalte als um die formale Inszenierung, die eine Vielzahl kultureller wie repräsentatorischer Interpretationsmuster freilegt. Sie spürt gesellschaftlichen Verhaltensmustern, Regeln und Ritualen nach, ohne diese konkret abzubilden. Der Hang zum Ornamentalen, der viele ihrer Entwürfe charakterisiert, zeichnet vielmehr repräsentative Ordnungsmuster nach, die sich auf Individuum und Gesellschaft übertragen lassen. Von Brandenburgs oft historisch inspirierte Motive fungieren durch die Übertragung in einen aktuellen Zeitbezug überdies wie ein zwischen Darstellung und Rezeption geschalteter Filter. Gerade die Uneindeutigkeit der Szenarien machen den Betrachter deshalb zum Komplizen der vermeintlichen Dechiffrierung.

Palermo

21.10.2007 bis 20.1.2008

Palermo, der Name war gefunden und langsam stand er für die größte malerische Hand dieser Generation… schrieb Georg Jappe 1977, kurz nachdem Peter Heisterkamp, der sich als Künstler Palermo nannte, im Alter von nur 33 Jahren unerwartet gestorben war. Mit einer spezifisch auf die räumlichen Gegebenheiten konzipierten Ausstellung seiner Werke feiern die Kunsthalle Düsseldorf und der Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen ihr 40-jähriges Bestehen am Grabbeplatz. Im Zusammenhang mit diesem Jubiläum, das die Architektur wie die Institutionen, für die das Haus entstand, in ihrer Programmatik sichtbar machen soll, wird das Werk des Künstlers Palermo (1943–1977) erstmals in großem Umfang in jener Stadt gezeigt, die viele Jahre seinen Lebensmittelpunkt bildete.

Kapitaler Glanz

21.7. bis 30.9.2007

Andreas Fogarasi, Bernhard Kahrmann, David Maljkovic, Pernille Kapper Williams

Die Gruppenausstellung Kapitaler Glanz kreist um die umfassende Ästhetisierung unserer Lebenswelten und deren Ambivalenzen. Dabei geht es zum einen um die Verwandlung ganzer Städte zum umfassenden Werbeträger, zum anderen um die künstlerische Auseinandersetzung mit solchen Glamour versprechenden Konzepten, die weder affirmativ noch auf eine einfache Kritik der Warenästhetik angelegt sind. Der oft konzeptuelle Charakter der Werke destilliert vielmehr die visuellen Potentiale dieser angewandten Ästhetik aus den Werbe- und Vermarktungsstrategien und macht sie auf abstrakter Ebene einer Neubesetzung zugänglich.

Gerard Byrne

5.5. bis 8.7.2007

Die fotografischen und filmischen Arbeiten des irischen Künstlers Gerard Byrne greifen auf Texte und Bilder zurück, in denen auf subtile Weise gesellschaftliche Befindlichkeiten verhandelt werden. Das Spektrum reicht von einem Gespräch mit Jean-Paul Sartre bis zu Interviews aus Lifestyle-Magazinen der 60er und 70er Jahre, die Byrne mit Schauspielen in Szene setzt. Dass von Visionen retrospektiv häufig wenig übrig bleibt, obschon sie zugleich noch immer Aktualität zu besitzen scheinen, zieht sich dabei wie ein Grundmotiv durch sein Werk.

Städtische Bühne

15. bis 25.4.2007

Markus Ambach, Jana Debus, Angela Fette, Christiane Fochtmann, Daniela Georgieva, Marcus Herse, Christian Jendreiko, Henry Latz, André Niebur, Anne Pöhlmann, Jan Wagner, Jochen Weber, Jost Wischnewski

Zehn Tage lang werden im Kunstverein Kurzausstellungen, Filmvorführungen und Performances aufgeführt. Der Kunstverein dient in dieser Zeit als „Bühne“ für experimentelle Formate und Präsentationen. Das Programm unterteilt sich in abendliche, fast täglich stattfindende Aufführungen sowie Kulissentage, an denen der Kunstverein tagsüber geöffnet ist.

Die Wörter, die Dinge

3.2. bis 9.4.2007

Alexander Gutke, Annette Kelm, Susanne Kriemann, Matthias Meyer, Christopher Williams

Wörter und Dinge verhalten sich zueinander arbiträr. Das Nachdenken über die Verfasstheit der Sprache schließt deshalb das Nachdenken über die Erkenntnis von Wirklichkeit, der Bilder und der Dinge mit ein. Wie bestimmen Sprache und Kategorisierungssysteme die Wahrnehmung und Abbildung von Wirklichkeit? Wie wird unsere Wahrnehmung von dem beeinflusst, was wir zu wissen meinen? Der französische Philosoph Michel Foucault hat in seinem Buch Die Ordnung der Dinge, dessen Originaltitel übersetzt Die Wörter und die Dinge lautet, verschiedene historische Systeme der Klassifikation untersucht, wie sich Welt erfassen lässt.
Die Gruppenausstellung Die Wörter, die Dinge zeigt Fotografien und Filmarbeiten internationaler Künstlerinnen und Künstler, die sich im weitesten Sinne mit solchen Fragen der Repräsentation auseinandersetzen und deutlich machen, dass ästhetische und kulturelle Bedeutung oft erst aus der Interpretation von Bildern heraus entsteht.