KLASSENSPRACHEN

DEBATTE, PERFORMANCE

SAMSTAG, 11. NOVEMBER 2017, 14 - 18 Uhr

€ 5.- / € 3.- ermäßig / Mitglieder frei

14 Uhr: Einführung, EVA BIRKENSTOCK, JENNY NACHTIGALL, KERSTIN STAKEMEIER

14.30 Uhr: PROFANITÄT PERFORMEN UND ANDERE VULAGARITÄTEN, Präsentation / Lesung von SARAH M. HARRISON (English)

„'cause it's like
it's normally not, it's like
oh like...
I felt embarrassed 'cause when I was
five like...“

Sarah M. Harrison wird sich anhand unterschiedlicher Beispiele mit informeller gesprochener Sprache und ihrer Funktion als performativer Geste von Einschluss und Ausschluss befassen. Im Fokus steht dabei ihr Verhältnis zum Gebrauch von ‚profanen’, ‚anstößigen’ und ‚vulgären’ Redensarten und ihren „klassenspezifischen“ Kodierungen.

Sarah M. Harrison lebt als Autorin und Künstlerin in Berlin und kommt ursprünglich aus Sydney, Australien. Sie veröffentlichte die Novella All the Good Things (Arcadia Missa), die Gedichtsammlung Channels of Elimination (Publishing Puppies) and zahlreiche andere Texte. Sie ist Ko-Autorin der surrealistischen Sitcom Charisma, die im Dezember 2017 auf unterschiedlichen Plattformen zu sehen sein wird. Sarah hat u.a. im Museum of Contemporary Art in Sydney, HAU Berlin, Sandy Brown, LACA (LA) and Lisa Cooley (NYC) ausgestellt, gelesen und performt.

15.30 Uhr: DAS KONZEPT DER KLASSE, Vortrag FRANK ENGSTER

Frank Engster wird in seinem Vortrag zum „Konzept der Klasse“ die veränderliche Geschichte dieses Begriffs und dessen politischen Einsätzen nachvollziehen. Geprägt als sprachliches Medium der Emanzipation einer mit der kapitalistischen Produktion erst hergestellten gesellschaftlichen Gruppe, lief die affirmative Identifizierungen der Klasse und die kritische Feststellung ihrer notwendigen Auflösung schnell auseinander. Es sind diese Konflikte der Orthodoxien und Heterodoxien des Konzepts der Klasse, die Engster in seinem Vortrag bis in unsere Gegenwart hinein verfolgt.

Frank Engster hat 2014 Das Geld als Maß, Mittel und Methode. Das Rechnen mit der Identität der Zeit veröffentlicht sowie weitere Texte, die um den Zusammenhang von Maß, Geld und Zeit und um die Verschränkung von Erkenntnis- und Gesellschaftskritik kreisen. 2011-2012 war er Junior-Fellow am Postwachstumskolleg der Friedrich-Schiller-Universität Jena, danach wissenschaftlicher Mitarbeiter der Helle Panke e.V. – Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin sowie Projektleiter für das Institut Solidarische Moderne e.V. und von Marx200.org.

16:30 Uhr: AFTER THE ICE, THE DELUGE, Performance LINDA STUPART (English)

In ihrer* Performance, die Teil ihres* Ausstellungsbeitrags ist, widmen sich Linda Stupart dem Queering von Wissenschaftssprache, der Beweislast von Objekten/Bildern sowie dem Verhältnis zwischen Körpern und Horror/dem Abjekten durch die Verknüpfung zweier divergenter Themen: dem Morgellons-Syndrom und dem Schmelzen der Polarkappen.

Linda Stupart (*Kapstadt) leben und arbeiten als Künstlerinnen* und Autorinnen* in London, wo sie auch lehren. Zu ihren aktuellen Einzelausstellungen zählen A Dead Writer Exists in Words and Language is a Type of Virus in der Galerie Arcadia Missa, London (2016), bei der sie* auch ihre Debutnovelle Virus (2016) veröffentlichten. Stupart zeigten/performten ihre* Arbeiten außerdem in Matt’s Gallery, The Showroom, a.m. gallery, the ICA und Guest Projects in London u.a. Siehe auch www.lindastupart.net

Die Veranstaltungen sind Teil des Ausstellungs-, Magazin- und Verstanstaltungsprojektes KLASSENSPRACHEN am Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, das bis zum 28. Januar 2018 im Kunstverein zu sehen ist, Eröffnung 10.11.2017, 19.30 Uhr.