19. Oktober 2008 - 11. Januar 2009

IAN WALLACE

Ian Wallace zählt neben Jeff Wall, Rodney Graham und Ken Lum zu den Protagonisten der konzeptuellen Fotografie aus Vancouver. Als Professor an der University of British Columbia hat er unter anderen Jeff Wall unterrichtet. In Kanada und den USA ist sein Werk denn auch in den führenden Museen präsent, in Europa hingegen ist Wallace noch wenig bekannt. Sein Werk nimmt seinen Ausgangspunkt in der abstrakten, an Minimal Art erinnernden Malerei, ist aber seit den späten 1960er Jahren vom Medium Fotografie geprägt. Damit verbinden sich grundlegende Fragestellungen nach dem Status des medialen Bildes und seiner repräsentatorischen Funktion. Thematisch kreisen seine Werke um die politischen wie sozialen Implikationen des Bildes und die Rolle des Künstlers innerhalb der Gesellschaft.

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2. August - 28. September 2008

DIE WAHRNEHMUNG VON IDEEN FÜHRT ZU NEUEN IDEEN

Bernadette Corporation / Claire Fontaine / Reena Spaulings, Kerstin Cmelka, Claire Fontaine, Iain Forsyth / Jane Pollard, Joachim Koester, Jon Knowles, Jonathan Monk, Falke Pisano, Mario Garcia Torres

Die Kunst der 1960er und 70er Jahre ist im aktuellen theoretischen Diskurs und der zeitgenössischen Kunstpraxis gleichermaßen präsent. Im Zuge der Auseinandersetzung mit den historischen Positionen entstehen nicht nur Werke, die formale und konzeptuelle Referenzen aufweisen, sondern auch solche, die man eher als „Re-Makes" bezeichnen könnte. Sie greifen bereits existierende Werke auf und aktualisieren sie auf unterschiedliche Weise. Dabei steht oft die kritische Befragung des Potentials historischer Arbeiten und künstlerischer Praktiken im Vordergrund. Lassen sich die stark formal ausgerichteten Ideen von damals angesichts veränderter gesellschaftlicher Verhältnisse noch aufrechterhalten?
Die Ausstellung, die nach einem der berühmten Sätze von Sol LeWitt zur Konzeptkunst benannt ist, versammelt Werke, die in einem reflexiven Verhältnis zu ihrer eigenen (Kunst-) Geschichte stehen. Sie sind Nebeneffekte, Ideen aus Ideen, und machen ihre eigene Bedingtheit produktiv. Dadurch ermöglichen sie neue Perspektiven auf historische Positionen.

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3. Mai - 20. Juli 2008

ESKE SCHLÜTERS

Ähnliches und Mögliches - levels of enactment

Die Hamburger Künstlerin Eske Schlüters (*1970) erforscht in filmischen Einzel- und Mehrfachprojektionen das „Verstehen“ von bewegten Bildern und filmischen Abläufen, die nicht von einer stringenten Erzählhandlung geleitet werden. Ihre offene Erzählweise umspielt das begriffliche Denken, beunruhigt es und entdeckt neue Bedeutung. Schlüters’ Projektionen, die mit gefundenem Material experimentieren, sind ein Spiel aus Worten, Klängen und Bildern, die von deren metaphorischem Charakter und dem abhanden gekommenen größeren Zusammenhang sprechen. Indem sie allein Filmmaterial aus Spielfilmen anderer Regisseure verwendet, schreibt Schlüters eine eigene Filmgeschichte, in der kurze Momente komplexe Atmosphären entfalten. Die Bilder sind nicht mehr in eine Erzählung eingewoben, sondern sprechen für sich. Sie sind nicht Zitat, sondern Erinnerung an etwas Gesehenes, das sich nicht mehr eindeutig rekapitulieren lässt. Die Ausstellung präsentiert die Filme „Vanished into thin air“ aus dem Jahr 2006, „Like a shadow – No reflection“ (2007) und den für die Ausstellung entstandenen Film „After the Rehearsal“. Steht in früheren Werken die assoziative Montage an sich disparater Bilder im Zentrum, zeichnen sich Schlüters neuere Arbeiten durch eine stärkere thematische Fokussierung von Blickstrukturen und kinematografischen Dispositiven aus.

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16. Februar – 20. April 2008

Ulla von Brandenburg

Wo über dem Grün ein rotes Netz liegt

Ulla von Brandenburg arbeitet in sehr unterschiedlichen Medien – Zeichnungen und Scherenschnitte stehen neben Wandmalereien, Stoffarbeiten neben 16mm Filmen. Ihre Werke beziehen sich häufig auf ältere Darstellungskonventionen, in denen Expressivität und Theatralität Ausdruck fanden: Tarotkarten, frühe Fotografien, aber auch so genannte Tableaux Vivants und Jahrmarktsensationen. Posen und Gesten dieser Darstellungen oder aber eine theatrale Qualität, die das Verhältnis von Schein und Sein auslotet, adaptiert von Brandenburg in abstrahierter Weise. Dabei geht es weniger um die Übernahme konkreter Inhalte als um die formale Inszenierung, die eine Vielzahl kultureller wie repräsentatorischer Interpretationsmuster freilegt. Sie spürt gesellschaftlichen Verhaltensmustern, Regeln und Ritualen nach, ohne diese konkret abzubilden. Der Hang zum Ornamentalen, der viele ihrer Entwürfe charakterisiert, zeichnet vielmehr repräsentative Ordnungsmuster nach, die sich auf Individuum und Gesellschaft übertragen lassen. Von Brandenburgs oft historisch inspirierte Motive fungieren durch die Übertragung in einen aktuellen Zeitbezug überdies wie ein zwischen Darstellung und Rezeption geschalteter Filter. Gerade die Uneindeutigkeit der Szenarien machen den Betrachter deshalb zum Komplizen der vermeintlichen Dechiffrierung.

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