Case Study I, 2006
Dia-Projektion, Foto: J. Albert C. Uy
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Aesthetics as a Way of Survival, 2009 video still
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Gypsum Ellipse, 2009
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Messing Ellipse, 2009
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Circular Shadow, 2009 und Messing Ellipse, 2009
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Marble Untitled, 2009
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Circular Shadow, 2009 und Marble Untitled, 2009
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30. Mai - 9. August 2009
GERMAINE KRUIP
Aesthetics as a Way of Survival
Die Einzelausstellung der holländischen Künstlerin Germaine Kruip (*1970) stellt neue, speziell für die Ausstellung entstandene Werke vor. In ihren Rauminterventionen macht Kruip den Betrachter zum eigentlichen Akteur, wenn dieser mit minimalen Mitteln bühnenartig inszenierte Räume betritt. Sie konfrontiert ihn mit der Frage nach dem Verhältnis von Fiktion und Wirklichkeit, von Authentizität und Darstellung. Handelt es sich um Repräsentationen von Wirklichkeit oder um Konstrukte, um Abbilder oder Erfindungen? Der Untertitel Aesthetics as a Way of Survival leitet sich von dem gleichnamigen Film Kruips ab, den sie in diesem Frühjahr gemeinsam mit Renske Janssen im Nord-Osten Australiens gedreht hat und der den thematischen Ausgangspunkt der Ausstellung darstellt. Er zeigt den männlichen Laubenvogel beim Bau aufwendig gestalteter Lauben – fiktiver Nester, die nach rein ästhetischen Kriterien gebaut sind und durchaus an Kunstwerke erinnern. So werden etwa mithilfe von gefundenen Materialien auch feine farbliche Akzente von den Vögeln gesetzt. Die Lauben sollen weibliche Vögel anlocken und bilden den Mittelpunkt einer genau choreografierten Balz. Vor der eigentlichen Paarungszeit übt das Männchen seine Bewegungsmuster rund um die Laube – mal mit der Hilfe eines weiteren männlichen Vogels, mal, so scheint es, für Kruips Kamera.Ihr Film über den Laubenvogel stellt die Frage nach dem „Künstlichen" und „Natürlichen" auf überraschende Weise neu und umspannt mit dieser Dichotomie die gesamte Ausstellung. Geleitet von visuellen Ähnlichkeiten stellt Kruip in der Ausstellung eine Verbindung zwischen ihren einzelnen Werken her. Verschiedene Elemente, Strukturen und Farben, denen man im Film begegnet, tauchen mitunter abstrahiert und verändert an anderen Stellen in der Ausstellung wieder auf. Die beiden fragilen Objekte Messing Ellipse und Gypsum Ellipse nehmen beispielsweise Bezug auf die dominierende Kontur im Film und deuten bereits durch ihre Namensgebung auf eine ausgewogene Signifikanz von Form und Material hin. Durch die auf dem Dach des Kunstvereins installierte Sunlight Installation entsteht im Raum ein feines Spiel von Licht und Schatten. Die ephemere, flüchtige und schwer fassbare Natur dieser Installation, ihre veränderliche Sichtbarkeit im Verlauf des Tages und des Sonnenstands, bildet einen starken Kontrast zur körperlichen Präsenz und Masse der Marmorplatten im ersten Raum. Die eindrucksvolle Arbeit Marble Untitled offenbart die glatte, polierte Oberfläche einer Marmorplatte mit einer auffälligen Maserung, die einerseits nur die natürliche Struktur des Steins wiedergibt, auf der anderen Seite aber viele Assoziationen, etwa an surrealistische Gemälde, wachruft. Sie erinnern in ihrer Zeichnung wiederum an die elliptischen Vogellauben und scheinen ebenso die Grenzen zwischen Natur und Konstrukt, zwischen Schein und Sein auszuloten.
Germaine Kruip gestaltet das Insert der Ausgabe 01/09 von Béton Brut, dem Magazin des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen. Anlässlich der Ausstellung erscheint zudem ein Katalog.
Die Ausstellung wird von Renske Janssen co-kuratiert.
Mit freundlicher Unterstützung von
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