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Tamás Komlovszky-Szvet

Zeitgesteuerter Raum

9. Juli - 22. August 2010

Zeit und Raum sind wesentliche Aspekte kinetischer Kunst. Tamás Komlovszky-Szvet (*1982) verwendet in seinen experimentell angelegten Installationen Licht, Bewegung und Elektronik. Im Schaufenster Kunstverein zeigt er eine, auf den Traditionen von Op-art und kinetischer Kunst beruhende Versuchsanordnung, die durch die monotone, unsynchronisierte Bewegung schwarzer Quadrate die visuelle Wahrnehmung der Betrachter herausfordert.

   

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Alfons Knogl & Nicolas Pelzer

International Pavilion

15. Mai - 4. Juli 2010

Alfons Knogl (*1976) und Nicolas Pelzer (*1982) beschäftigen sich in ihrer Arbeit mit Hüllen und Strukturen, die in der öffentlichen Wahrnehmung eine kulturelle Identifikation erzeugen. Das unbedingte Streben nach Fortschritt und weiteren Superlativen beeinflusst neben der Repräsentanz von Architektur auch den Kunstbetrieb und insbesondere den Ausstellungsort, der wiederum in seiner spezifischen Architektur und mit seiner institutionellen Funktion den Rahmen für die Betrachtung, das Wirken und die Interpretation von Kunst vorgibt. Knogl & Pelzer präsentieren exemplarisch die charakteristischen Architekturen verschiedener Ausstellungshäuser, die des Sommerpavillons der Londoner Serpentine Gallery von Rem Koolhaas und Cecil Balmond, des Bunkers der Sammlung Boros, des Museum of Middle East Modern Art in Dubai sowie die abstrahierte Bauplastik von der Fassade des Düsseldorfer Kunstvereins und gelangen über ihr Interesse an den Versprechen der Moderne zu erstaunlichen Vernetzungen und Gegenüberstellungen retrofuturistischer Motive.

   

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Viola Fátyol

Privacy

20. März - 9. Mai 2010

Die ungarische Künstlerin Viola Fátyol (*1983) beschäftigt sich in ihren Arbeiten mit der Intimität menschlicher Beziehungen. Sie schildert vertraute Situationen und fügt diese in unterschiedliche Kontexte ein. Die im Schaufenster präsentierte Fotoserie Privacy zeigt intime Momente zweier Frauen - der Künstlerin und ihrer Mutter -, welche die Passanten durch Gucklöcher betrachten können. Auf diese Weise thematisiert die Künstlerin die Problematik von Privatem und Öffentlichem und sinnt über die Orte der Intimität nach. Zugleich kritisiert sie die Position des Zuschauers in unserer medialen Zeit, indem sie den Betrachter unbemerkt die Rolle des Voyeurs übernehmen lässt.

   

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Heiko Karn

Beyond Belonging

23. Januar - 14. März 2010

dazwischen daneben dahinter, dinge wände fenster, funktionen, dialektische ordnung, trennung markierung.
Heiko Karn (*1971) beschäftigt sich in seiner künstlerischen Arbeit mit der Frage, was unter welchen Bedingungen sichtbar ist, und wie dieses wahrgenommen werden kann. Hier spielt auch das Schaufenster als Grenze zwischen Objekt und Betrachter eine wichtige Rolle. Über Zeichen und Sprache werden im öffentlichen wie auch im privaten Raum Markierungen, Repräsentationen und Aneignungen generiert, welche eine klare Lenkung von Interessen bezeugen.

   

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Hajnalka Tarr

28. November 2009 - 17. Januar 2010

Die ungarische Künstlerin Hajnalka Tarr (*1977) beschäftigt sich in ihren Installationen mit jener Spannung, die durch Spiegel oder das Zusammenstellen von ungewohnten Objekten im Raum entsteht. Sie untersucht die Möglichkeiten der absoluten Dimensionen, deren physische oder optische Wahrnehmung auch innere Grenzen auflöst und sowohl die Künstlerin als auch den Betrachter von ihren Ängsten und Hemmungen befreit. Das Gefühl von Grenzenlosigkeit und unbeschränkter Weite wird durch die Ausdehnung des Raumes hervorgerufen.
Die Künstlerin arbeitet mit banalen Gegenständen wie Sicherheitsnadeln oder Kleiderbügeln, welche dem Betrachter vertraut und doch inhaltsleer vorkommen. Man kennt und benutzt sie im Alltag gefühllos, ohne über sie nachzudenken und zu reflektieren, und sie gewinnen, auch auf einer ästhetischen Ebene, erst an Bedeutung durch ihre raumgestaltende Funktion in der Installation.
Hajnalka Tarr schafft im Schaufenster Kunstverein mit ihrer Installation von über 400 Kleiderbügeln die Illusion einer unendlichen Galerie, deren unzählige leere Kleiderbügel im Kontext der Einkaufsstraßen der Altstadt dem Werk einen kritischen Standpunkt verleihen.

   

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David Jablonowski

Imposition

10. Oktober – 22. November 2009

Ausgehend von der gotischen Buchmalerei des Manesse Codex entwirft der in Amsterdam lebende Künstler David Jablonowski (*1982) für das Schaufenster Kunstverein Skulpturen, die in ihrer rätselhaften Zeichenhaftigkeit die Utopie der direkten Kommunikation hinterfragen. Als Imposition, Auferlegung, begreift Jablonowski die bedeutungstragende, belehrende Attitüde von Skulptur und spannt so den Bogen zu den spätmittelalterlichen Illustrationen, die sich in ihrer formalen Übersteigerung als Symbol für den Akt der Überlieferung anbieten. Indem er kunsthistorische Repräsentationsstrategien mit zeitgenössischen Displaymethoden verknüpft, widmet er sich den Parametern von Skulptur und den kommunikativen Möglichkeiten dieses Mediums.

   

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Katharina Marszewski

Adorable Walker

15. August – 4. Oktober 2009

Die Berliner Künstlerin Katharina Marszewski (*1980 in Warschau) entwirft im Schaufenster Kunstverein ein Ensemble aus Fotografie, Zeichnung, Siebdruck, Collage und gefundenen sowie gestalteten Objekten. Sie spielt mit dem Ausstellungstitel auf die Figur des Flaneurs an, der, ähnlich seinem früheren Ebenbild, dem Wanderer, die Straßen und Passagen der Großstädte durchstreift und sich treiben lässt. Die kleinsten Beobachtungen genügen ihm als Anlass für seine Reflexionen, in denen er die ihm dargebotenen Impressionen individuell kontextualisiert. In Marszewskis Schaufenster befriedigen zahlreiche Details diese durch die Displaysituation geweckte Entdeckungslust, ohne jedoch in Willkür und Beliebigkeit abzugleiten - vielmehr verfolgt die Künstlerin eine bewusste Setzung und Neuordnung der Dinge nach subjektiven Motiven, wodurch ihr Arrangement zu einer Art Storyboard möglicher Bedeutungswelten und Handlungsräume wird, deren spekulativer Charakter nie vollends aufgelöst werden kann.

   

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Lasse Schmidt Hansen

Andere Aktivitäten

27. Juni – 9. August 2009

Der dänische Künstler Lasse Schmidt Hansen (*1978) beschäftigt sich mit Regelhaftigkeit und Kontingenz, Standardisierung und gezielter Abweichung. Er verschiebt festgelegte Systeme wie die Skalierung von Millimeterpapieren oder erstellt alternative Versionen von Ikea-Regalen. In der Verweigerung industrieller Normen lässt er neue Wahrnehmungsparameter dessen aufscheinen, was sich als unhinterfragbare Setzung präsentiert.

   

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Jason Dodge

and for this I will call you the listener.

9. Mai – 21. Juni 2009

Die Arbeiten von Jason Dodge (*1969) sind minimal und eloquent zugleich. Sie spielen auf Ereignisse an, die außerhalb empirischer Nachvollziehbarkeit liegen, evozieren diese aber mit beredsamer Nachdrücklichkeit. Menschen, Orte und Ereignisse formen ein Narrativ, von dem nicht klar ist, ob es fiktiver Natur ist oder real. Die Präsenz von Objekten im Raum verweist gleichwohl auf die Anwesenheit von etwas: das Imaginationspotenzial des Realen ebenso wie die Möglichkeit einer anderen Lesbarkeit der Welt.

   

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Charlotte Moth

BEHIND EVERY SURFACE THERE IS A MYSTERY:
a hand that might emerge,
an image that might be kindled,
or a structure that might reveal its image*

14. März – 26. April 2009

Orte spielen in den Arbeiten von Charlotte Moth (*1978) eine zentrale Rolle: Sie begreift sie als Kontext und Bezugsrahmen ihrer Installationen sowie als sozialer Raum, der durch seine Nutzung stetigen Bedeutungsverschiebungen unterworfen ist. Seit 1999 arbeitet die britische Künstlerin an ihrem Archiv „Travelogue", in dem sie Fotografien von Orten versammelt, aus denen in variierenden Prozessen ihre Installationen konzeptionell erwachsen. Im Schaufenster Kunstverein installiert Moth einen mit goldenen Pailletten besetzten Vorhang und schafft so eine Bühne für ein nicht vorhandenes Objekt. Ein Foto aus ihrem Archiv lieferte durch die Reflexionen einer bewegten Wasseroberfläche eine visuelle Verknüpfung zu dem glitzernden Stoff. Mit der entstandenen Leerstelle demonstriert Moth die Instabilität von Zeichen und Referenzen sowie die Vielfalt ihrer möglichen Assoziationen.

Charlotte Moth gestaltete für die Ausgabe 02/08 des Magazins des Kunstvereins „Béton Brut" ein Insert mit Aufnahmen aus „Travelogue". Hier ist auch die Fotografie zu sehen, auf die sie in ihrer Installation Bezug nimmt.


(*Alighiero e Boetti)

   

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Marijn van Kreij

AND SINGIN' LA, LA, LA, LA, LA, LA, LA, LA

24. Januar – 8. März 2009

In den Zeichnungen des niederländischen Künstlers Marijn van Kreij (*1978) existieren bildliche Zeichnungen und Textfragmente gleichwertig nebeneinander. Die aus Musik, Literatur und Kunst stammdenden Zitate verbinden sich zu an Traumwelten erinnerden Sequenzen und subjektiven Assemblagen. Aus ihrem Zusammenhang gelöst und neu kontextualisiert, eröffnen sie ein Spiel von Bedeutungen. Kopie und Zitat zeigen sich als in stetiger Verschiebung begriffen. Im Schaufenster verbindet sich ein All-over aus Zeichnungen und Licht zu einer suggestiven Projektionsfläche des Scheins, der Wiederholung und der Spiegelung.

Mit Unterstützung der Botschaft der Niederlande / Consulaat-Generaal van het Koninkrijk der Nederlanden

   

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Christine Moldrickx

You must be careful in the forest
Broken glass and rusty nails

29. November 2008 – 11. Januar 2009

Christine Moldrickx (*1984) beschäftigt sich mit Zeichnung und Fotografie. Beide aber stehen nicht absolut, sondern sind Teil eines Bildfindungsprozesses. Aus Formen entwickeln sich andere, überlagern sich Ebenen, wird hinzugefügt und weggenommen. Es entstehen abstrakte Oberflächen, die in Bezug zu ihren Bedingungen, dem Bildträger, dem fotografischen oder realen Raum, stehen, aber auch eine eigene Form (malerischer) Darstellung für sich beanspruchen.

   

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Martin Hoener

Die Lösung

11. Oktober – 23. November 2008

Martin Hoener (*1976) arbeitet in seinen Collagen, Zeichnungen und Leinwänden an den Grenzen malerischer Konzepte zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit. Der Entstehungsprozess ebenso wie Referenzen werden in seinen konzeptuellen Kompositionen, die häufig das Malerische ins Installative erweitern, reflektiert und bleiben als konstitutiver Bestandteil erhalten. Die Installation im Schaufenster beschäftigt sich konkret mit dem Moment (möglicherweise eintretender) malerischer Erschöpfung im Werk eines anderen Künstlers. Bemalte und unbemalte, jedoch bereits grundierte Leinwände lassen das Schaufenster einerseits zum Ort von Produktion werden. Durch die Kombination von Abbildungen des betreffenden Künstlers mit anderen Abbildungen und den sichtbaren Bearbeitungs- und Übermalungsprozess auf den bemalten Leinwänden jedoch wird zugleich die Behauptung eines Auswegs aufgestellt und diese im Format Schaufenster wirksam publik gemacht. Geht noch was, wenn alles geht?

   

Julia Horstmann

Die andere Seite

02. August – 28. September 2008

In Scherenschnitten, Wandzeichnungen, Fotografien und Objekten im Raum beschäftigt sich Julia Horstmann (*1974) mit Architekturen und Raumstrukturierungen und den ihnen innewohnenden gesellschaftlichen Implikationen. In ihren Installationen entwickelt sie aus der Auseinandersetzung mit Architekturfotografie und architektonischen Konzepten räumliche Szenarien, die ihre Grenzen und Widersprüchlichkeiten hervortreten lassen. Blicke werden versperrt, in spiegelnden Oberflächen auf sich selbst zurückgeworfen und Ausblicke rahmend gelenkt - so entsteht eine Guckkastenbühne mit eingeschränkter Freiheit.

   

Kristoffer Frick / Eric Bell

No Soldiers in the Scenery

21. Juni – 27. Juli 2008

Die kanadischen Künstler Kristoffer Frick und Eric Bell (beide *1985) entwickeln für das „Schaufenster“ die Installation „No Soldiers in the Scenery“. Der Titel ist einem Gedicht von Wallace Stevens entnommen, das um eine erinnerungslose Momentaufnahme des Jetzt kreist. Ausgangspunkt ihrer Beschäftigung mit Architektur und Design der letzten Jahrzehnte sind uneingelöste Utopien und die Nichtfunktionalität als fortschrittlich gedachter Entwürfe. Aus der ursprünglich zugedachten Bedeutung gelöst, entwickeln sie ein nahezu unheimliches Eigenleben.

Gefördert von der Botschaft von Kanada, Berlin

   

Foto: Yun Lee, Düsseldorf, 2008

Neville Rae

A Town for Tomorrow

10. Mai – 15. Juni 2008

Die schottische Stadt Cumbernauld liegt 13 Meilen nördlich von Glasgow. Sie entstand ab 1956, um die problematischen Wohnbedingungen in Glasgow zu lösen. In den 60er Jahren wurde Cumbernauld von Architekten und Städteplanern mit einem Fokus auf Funktionalität und Lebensqualität entworfen. Inmitten von Natur entstand eine Stadtutopie, die ohne Kreuzungen auskam, Fußgänger und Autoverkehr vollständig voneinander trennte und die Annehmlichkeiten städtischen Lebens mit dem Wohnen im Grünen zu verbinden suchte.
Der schottische Künstler Neville Rae wendet sich diesen heute ungeliebten Vorstellungen von moderner Stadtplanung zu und sucht durch seine Projekte ihre Faszination und Imaginationskraft sichtbar zu machen.

   

Foto: Yun Lee, Düsseldorf, 2008

Ellen Munro

Parthenonandonandon

29. März – 27. April 2008

Ellen Munro (*1980) lebt und arbeitet in Edinburgh, dem so genannten ‚Athen des Nordens'. "Parthenonandonandon" befragt humorvoll und kritisch zugleich das gegenwärtige Verhältnis zum Erbe eines durch neo-klassizistische Architektur und die Elgin oder Parthenon Marbles vermittelten Stereotyps von Antike.

Gefördert von Hope Scott Trust, Scotland

   

Foto: Yun Lee, Düsseldorf, 2008

Gwenneth Boelens

Ramble

16. Februar – 23. März 2008

Mit der Installation „Ramble" der niederländischen Künstlerin Gwenneth Boelens (*1980) hat das Projekt „Schaufenster" des Kunstvereins Premiere.
Das englische „to ramble" bedeutet zielloses Spazieren um des Vergnügens willen, bezeichnet aber auch einen "wilden Garten" im New Yorker Central Park. Das endlose, schwarz-weiße Panorama der fotografischen Collage von Boelens konstruiert wie der Park eine artifizielle Wildnis inmitten der Stadt. Die Collage wird untertitelt von einer monologischen Reflexion über diese Doppeldeutigkeit zwischen Kultur und Natur, die in Endlosschleife auf einem daneben stehenden Monitor läuft.

Gefördert vom Niederländischen Generalkonsulat, Düsseldorf