11. September 2010 - 16. Januar 2011

Von realer Gegenwart

Marcel Broodthaers heute

Gruppenausstellung im Rahmen der Quadriennale 2010

Marcel Broodthaers wohnte nur relativ kurze Zeit in Düsseldorf, doch wichtige Werke sind hier entstanden. Am Burgplatz 12 in der Düsseldorfer Altstadt hatte der belgische Künstler von 1970 bis 1972 sein Atelier. Seine legendäre Ausstellung „Section des Figures. Der Adler vom Oligozän bis heute" war 1971 in der Kunsthalle zu sehen, die „Section Cinéma" des „Musée des Aigles" wurde im selben Jahr in seinem Atelier vorgestellt. 1997 zeigt die Kunsthalle posthum die Ausstellung „Cinéma", die Broodthaers‘ filmisches Werk ins Zentrum rückte.

Schon zu Lebzeiten ein überaus einflussreicher Künstler seiner Generation, wird Marcel Broodthaers auch von heutigen Künstlern produktiv rezipiert. Die ungebrochene Aktualität seines Werkes macht dieses zur Referenz zahlreicher Arbeiten, die sich mit seiner Bildtheorie und den Themen seines Œuvres auseinandersetzen: der Hinterfragung der Institution Museum, der Beschäftigung mit Imagination und Schein als Demontage des Kinobildes, dem Verhältnis von Sprache, Schrift und Bild. Auch Überlegungen, die viel später unter dem Thema der Institutionskritik verhandelt wurden, finden sich in Broodthaers‘ Werk, dessen radikale wie wegweisende Qualität ungebrochen ist.

Die gemeinsame Ausstellung der Kunsthalle Düsseldorf und des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen zeigt ausgewählte Werke internationaler Künstlerinnen und Künstler, die sich auf Broodthaers beziehen und im Sinne einer Hommage oder einer Weiterentwicklung Motive seines Œuvres aufgreifen. Zeitgenossenschaft vermittelt sich bei dieser Ausstellung im Sinne des Quadriennale-Themas „Kunstgegenwärtig" als Genealogie der Gegenwart und in Werken, die sich in ihren expliziten Referenzen zu ihrem historischen Vorbild bekennen und dieses dadurch selbst in seiner Abwesenheit aktualisieren.

Mit: Tacita Dean, Olivier Foulon, Andreas Hofer, Henrik Olesen, Kirsten Pieroth, Stephen Prina, Rirkrit Tiravanija, Joëlle Tuerlinckx, Susanne Winterling, Cerith Wyn Evans


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