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Pawel Althamer
Jukka, 2003
Setzling einer Jukkapalme in Ton- und Korbtopf (verschiedene Maße), gerahmte Fotografie 32 x 23 cm signiert, datiert und nummeriert Auflage 10 (2003)
Pawel Althamer (*1967 in Warschau, lebt in Warschau) zählt seit Mitte der 90er Jahre zu den wichtigsten polnischen Künstlern der Gegenwart. Seinen ungewöhnlichen Arbeiten konnte man bereits auf vielen internationalen Ausstellungen begegnen (Sonsbeek 1993; documenta X, 1997; manifesta 3, 2000; Biennnale Venedig, 2003). Im nächsten Jahr wird er für sein Werk mit dem hoch dotierten Kunstpreis THE VINCENT in Maastricht ausgezeichnet.
Der Bildhauer Althamer interveniert mit seinen Arbeiten häufig kaum sichtbar in die alltägliche Realität, auf deren künstlerische Möglichkeit er konsequent hinweist. Althamer betrachtet das Leben als einen Film und die Realität als das Setting. Seine Arbeiten erhöhen die Wahrnehmung und lenken und verändern den Blick des Betrachters auf seine Umwelt. Mal stellt er bei einer Skulpturen-Ausstellung gewöhnliche Bänke in einen Park, mal bittet er Schauspieler, vor einem Einkaufszentrum Obdachlose, Liebespaare und Flaneure zu spielen, mal verwandelt er einen perfekten Galerieraum in eine Abbruchbude. Und immer wieder schafft er Selbstportraits, getreue Abbilder seines Körpers aus Tierhäuten oder Gräsern. Spiritualität und Hyperrealismus, Metaphysik und Trivialitäten des Alltags vermengt er auf vielschichtige und eindrucksvolle Weise. Die Sicht auf alltägliche Situationen grundsätzlich zu verändern ist der Ausgangspunkt für die künstlerische Arbeit Althamers.
Anlässlich der Ausstellung im Kunstverein platzierte Pawel Althamer auf der Betonfassade der Kunsthalle die beleuchtete, geschmiedete Metallschrift So genannte Wellen... und eine Jukka-Palme, die auf einem eigens befestigten, aus der Fassade heraustretenden Sockel gestellt wurde. Als Reminiszenz an die weite Reise nach Mexiko, die er gemeinsam mit Artur Zmijewski unternommen hat, und als Dekoration von Büros und Wohnzimmern stellt sie ein typisches Sehnsuchtsmotiv dar. Bei guter Pflege wird aus dem von utopischen Hoffnungen begleiteten Setzling eine Jukkapalme, ein Kunstwerk, das wie so oft bei Althamer mit der alltäglichen Realität verschmilzt.
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