Ari Benjamin Meyers
Requiem (Ouija), 2019

2.400,00

UV-Druck auf Kirschbaum- und Ahornholz, Filz (produziert mit der Tischlerei Bereuter, Lingenau)

35 x 45 cm und ca. 14 x 11 cm

Auflage 8 + 3 AP

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Beschreibung

Das Ouija ist ein Mittel für die Kommunikation mit dem Jenseits. Auf der Oberfläche sind alle Buchstaben des Alphabets und die Ziffern 0 bis 9 angeordnet, außerdem die Worte “Ja”„“Nein” und “Auf Wiedersehen” . Die Nutzer*innen stellen Fragen, legen ihre Finger auf einen knopfartigen Zeiger und lassen diesen scheinbar eigenständig über die Zeichen gleiten, bis sich daraus eine Botschaft ergibt. Ursprünglich als Gesellschaftsspiel konzipiert, fand das 1891 veröffentlichte Ouija Board bald auch unter Spiritist*innen Verbreitung, vor allem in den USA und Großbritannien. Im Ersten Weltkrieg entwickelte es sich zu einem populären Werkzeug, um mit den Verstorbenen in Verbindung zu treten. Wenn Ari Benjamin Meyers für seine Totenmesse die Form des Ouija Boards aufgreift und auf die Welt der Musik überträgt, dann mischen sich auch hier Spiel und Ernst. In seiner Version sind die Ziffern und Buchstaben durch die Zeichen der modernen westlichen Notenschrift ersetzt, statt “Ja” und “Nein” stehen die Tongeschlechter Dur und Moll zur Auswahl. Allerdings, so scheint es, geht es ihm nicht allein darum, die Geister verstorbener Komponist*innen zur Hilfe zu rufen. Vielmehr stellt Meyers die Frage, was es überhaupt heißt, zu komponieren. Ist Eingebung am Werk oder doch eher Zufall? Nicht von ungefähr lässt Requiem (Ouija) sowohl an den Geniekult des 19. Jahrhunderts als auch an die Zufallsoperationen der konzeptuellen Musik denken – wie auch an die Brettspiele der Fluxus-Künstler*innen, bei denen es ja ebenfalls um das Verhältnis von Zufall und ästhetischer Praxis ging. (Jörn Schafaff)

 

AUSSTELLUNGEN (Auswahl)

2019 Kunsthalle for Music, Museum of Contemporary Art Santa Barbara

In Concert, Officine Grandi Riparazioni (OGR), Turin (Kat.)

Tacet, Kasseler Kunstverein

2018 Kunsthalle for Music, Witte de With Center for Contemporary Art, Rotterdam

Staatsorchester, Public Art Munich, Neues Rathaus München (Kat.)

Beautiful World, Where Are You?, 10. Liverpool Biennale (G) (Kat.)

2017 Symphony 80, Städtische Galerie im Lenbachhaus, München

An Exposition, Not an Exhibition, Spring Workshop, Hongkong

Floating Worlds, 14. Lyon Biennale (G)